Anschnallbarer Hufschutz / Hufschuhe:

Vor fast 3000 Jahren begann die Entwicklung des anschnallbaren Hufschutzes. Doch erst die technischen Möglichkeiten und modernen Kunststoffe des 20. Jahrhunderts liessen ihn Alltagstauglich werden.

Hätte man damals diese Möglichkeiten und Materialien gekannt, wäre der Beschlag mit Eisen wohl kaum erfunden worden! Ein genialer Fortschritt zum Wohle des Pferdes!

Hufschuhe haben jedoch einen schlechten Ruf:


Das alles stimmt:

 

Hufschuhe haben aber vor allem einen schlechten Ruf, weil es in der Natur des Menschen liegt, das Negative interessant zu finden. Und das unspektakuläre, wie bestens funktionierende Hufschuhe zu übersehen!

Mittlerweile werden verschiedene Modelle angeboten. Sie werden zu jedem Modell einen Reiter finden, der begeisterte ist von „seiner“ Marke. Pferdehufe sind unglaublich individuell, was Form und Grösse anbelangt. Was für sein Pferd passt, muss noch lange nicht zu Ihrem passen. Brauchen Sie Ihr Pferd für gemütliche Spaziergänge in den Sonnenuntergang, können Sie wahrscheinlich fast jedes beliebige Modell wählen. Reiten Sie aber weiter und schneller, müssen Sie weitere Kriterien beachten.

Die meisten Hufschuhmodelle präsentieren sich mit einer vorgegebenen, fast unveränderbaren Form. Starres Material schränkt die Möglichkeit zur Anpassung zusätzlich ein.

Es gibt Hufschuhmodelle, die beim weiten Huf, ohne Fixierung am Kronrand und Ballen auskommen. Sie halten durch Klemmwirkung (es wäre eigentlich die Ideallösung). Leider entsprechen die wenigsten Hufe dieser „Idealform“.

Die grösste Herausforderung um einen guten Halt zu erreichen, ohne das Pferd zu verletzen, ist nicht die Form des Hufhorns. Sondern die Hufknorpel (Ballen), deren Haut und die Fesselbeuge!

Pferde mit wenig Behang, Pferde mit heller Haut (Füchse!), Pferde mit Zwanghufen und so genannte „Mauketräger“ können in der Fesselbeuge sehr empfindlich reagieren.

Im Galopp berührt der Fesselkopf fast den Boden.

Es gibt kein Freiraum für viel, oder starres Material in der Fesselbeuge! Hufschuhe im Stand, vor dem Stall, sehen immer gut aus. Das Funktionieren beweist sich erst in der (schnellen) Bewegung.

 

Ein Hufschutz, den sich der Reiter wünscht

 

Anpassen der Hufschuhe:

Professionelles Arbeiten bedingt eine geeignete Ausrüstung.

Mindestens:

  • Arbeitstisch mit Amboss zum Nieten
  • Industrieheissluftföhn zum Wärmen und Schweissen
  • Leistungsfähiger Lötkolben, min. 60 W
  • Nietensortiment (klein, mittel, gross)
  • Industrieschere
  • Taschenmesser mit kleiner Klinge
  • Scharf geschliffene Zange (zum Ausnieten)
  • Locheisen
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Masstabellen sagen wenig aus über die Ist-Form des Hufes.
Die benötigte Hufschuhgrösse bestimmt man mit Sohlen- und Huflehren

Sie werden auch zum Bestimmen von Form und Dicke von evtl. Einlagen benötigt. Die Lehren werden mit Vorteil aus neuen Hufschuhen gefertigt.

Hufschuhe werden an frisch gepflegte Hufe angepasst. Sie werden an den Huf angepasst und NIEMALS umgekehrt! Lassen Sie nicht zu, dass man den Huf passend raspelt. Dies könnte die Statik im Horn unerwünscht beeinflussen, was zu einer morphologischen Veränderung des Hufes führen kann.

Am stabilen Huf passt ein Hufschuh auch nach 6 Wochen noch, wenn nicht, ist ein Hufpflegetermin fällig.

Am Kronrand soll der Schuh möglichst rundum anliegen. Beim langen, schmalen Huf kann die Zehe durch Erwärmen nur geringfügig verlängert werden. Reicht das nicht, wird eine „Sandale“ hergestellt.

 

Hier erwärmen

 

Ein Huf mit „Flügeln“ oder einer ausgeprägten Asymmetrie kann breiter als lang sein. Das Erwärmen zum seitlichen Ausdehnen ist nur begrenzt möglich.

 

Ist der Huf zu breit, klemmt trotz Erwärmen der Tragerand. Er muss jedoch zwingend auf der Sohle stehen. Eine bessere Lösung ergibt sich durch das Öffnen der Seitenwand.

Mit Lötkolben Anfang und Ende stechen und aufschneiden.

 

Um ein ergonomisches Abfussen zu gewährleisten, ist es wichtig, dass die Zehe zuvorderst im Schuh liegt. Durch Konstruktionsmängel bedingt, erfüllen leider nicht alle Hufschuhmodelle diese Forderung

Daher darf eine Einlage nicht vor der weitesten Stelle eingesetzt werden

Einlagen hinter der weitesten Stelle anbringen


 

Vor der weitesten Stelle angebracht, kann die Einlage den Sitz des Hufes, zuforderst im Schuh, verhindern!

Einlagen werden mit Nieten befestigt, oder eingeschweisst.
Die Nieten dürfen darüber-darunter, aber nicht auf Kronrandhöhe liegen!

 

Beispiele von Einlagekeilformen

  Keile gestellt (normal) Keile gelegt (z.B. bei engen Ballen)

 

Die am häufigsten verwendete Einlagenform
Einlagekeile nicht auf Sohle auflegen.
3 – 5mm Abstand belassen!
Mögliche Einlageform beim flachen Huf

 

Hufschuhe können sich am Huf verdrehen. Dieses Problem tritt oft, oder am häufigsten, nach der Eisenabnahme auf. Wenn der Huf noch nicht die richtige „Balance“ oder Belastung gefunden hat.

Einlagekeil


 

 

Man kann dies kurzfristig nur mit einer genau angepassten Einlage an der Trachte verhindern! Langfristig mit einer Hufpflege welche die Belastung im Huf verbessert.

Mögliche Einlageform bei sich drehendem Hufschuh.

 

Es zeigt sich des Öfteren, dass die dicke starre Ballenwand des Schuhes zu starken Druck auf die Hufknorpel ausübt. An Druck gibt es keine „Gewöhnung“ (Versuchen Sie Ihr Pferd an einen zu engen Sattel zu gewöhnen!)

Kontrollieren Sie die Ballen mit Daumendruck. Reagiert das Pferd, sitzt der Schuh zu eng! Zu starken Druck kann für das Pferd schmerzhafte Verletzungen, Hämatome tief im Hufknorpel verursachen! Diese Verletzungen sind nicht zu verwechseln mit eingefärbten Ballen, bzw. Strahlhorn. Diese ungefährlichen, tolerierbaren Einfärbungen können durch Wärme und leichten Druck im Schuh entstehen (erhöhte Durchblutung).

Oder es ist das Resultat einer ungünstigen Belastungssituation im Huf. Viele Pferde zeigen dieses Symptom, obwohl sie nie Hufschuhe getragen haben. Dem Reiter fällt es jedoch beim an- und ausziehen des Hufschuhes auf.

Die häufig praktizierte Technik, die Ballenwand durch Erwärmung auszudehnen, bringt nicht den gewünschten Effekt. Die Elastizität geht verloren, die Starre bleibt. Ausserdem besteht bei dieser Technik (trotz sofortigem Kühlen) immer die Gefahr von Verbrennungen.

 

Die dicke, starre Ballenwand kann zu starken Druck auf die Hufknorpel ausüben.

 

Ein Ausdünnen der Ballenwand auf min. ½ der Originalwanddicke ergibt die nötige Elastizität zur ausgewogenen Druckverteilung auf die Hufknorpel. Dieses Ausdünnen minimiert die Gefahr vom gefürchtetem Ballendruck.

 

Beim langen, schmalen Huf kann der Effekt zur Druckentlastung mit zwei vertikalen Schlitzen verstärkt werden.

 

Dieselbe Technik kann bei einem sehr eng am Kronrand sitzendem Hufschuh angewandt werden.

 

Wird der Hufschuh erwärmt und stark ausgedehnt, geht die Elastizität verloren.
Mit einem „Entlastungsschlitz“ bleibt diese erhalten.

 

Anziehen der Hufschuhe

Muss ein Hufschuh mit Kraft an den Huf gebracht werden, ist er zu eng.
Leichte Schläge mit einem Kunststoffhammer, vorn auf die Zehenspitze, dienen lediglich dazu, den Schuh „nach hinten zu schieben“, damit sich die Zehe ganz zuvorderst befindet.

Schuh über den Ballen ziehen, gleichzeitig mit leichtem Schlagen „Schieben“, bis die Zehe zuforderst ist.

 

Ausziehen der Hufschuhe

Mit Daumendruck abwechselnd – links und rechts –lösen. Oder Schraubenzieher (Grösse Nr. 4) durch ein Loch einführen. Auf die Zehenspitze aufsetzen und wegheben.

Nie auf dem weichen Strahlhorn aufsetzen! Verletzungsgefahr!

 

Bänderung

Wer auf Werkzeug gänzlich verzichten will und trotzdem einen sehr guten Halt am Huf verlangt, der lässt sich von seinem Hufpfleger die hervorragend bewährte Pat. Endurance-Bänderung montieren.

Sie scheuert nicht, ist sehr pflegeleicht und robust konstruiert, und garantiert eine äusserst einfache, benutzerfreundliche Handhabung ohne Werkzeug!

 

Einlagen

Einlagen sind in den Dimensionen erhältlich:

 

Sie werden mit einer Industrieschere, oder dünn geschliffenen Taschenmesser (Wasser als Gleitmittel verwenden) in jede beliebige Form geschnitten.

Das Anbringen im Hufschuh geschieht mit Nieten und Einschweissen.

 

Stollen / Spikes

Auf Untergrund wo ein Ausgleiten möglich ist, im Gebirge, auf Schnee und Eis, sind Stollen zwingend anzuraten.
Stollen sollten in neue Hufschuhe montiert werden.

Stollengrössen:

M8, Orginalgrösse M6, Gewichtsreduzierung ca. 50 %. Besonders empfehlenswert bei kleinen Hufschuhgrössen.

Stollen sind einer hohen mechanischen Belastung ausgesetzt. Gewindesicherung verwenden (z.B. Loctite hart).

 

Zehenschleifschutz

Pferde mit einer reduzierter Hankenbeugung, die dadurch folglich ihre Zehen nachziehen, sind nicht einfach „faul“! Sie haben ein Problem (Hals, Rücken, Hüfte, Knie, Sprunggelenk?)!

Pferde, die ihre Zehen nachziehen, sind „Hufschuhmörder“. Beim ihnen montiert man, am neuen Hufschuh, einen Schleifschutz mit einem Hartmetallstift.

Er wird heiss aufgebracht und etwa 3 mm in der Sohle versenkt, um ein Aufbiegen zu verhindern.

 

Die Hersteller machen es sich einfach und entwickeln Hufschuhe für gesunde „Normfüsse“. Die Realität hält jedoch meist vernachlässigte, oder vom Beschlag stark deformierte Hufe bereit. Sie stellen zum Anpassen oft eine Herausforderung dar.

Wenn es nicht gleich von Anfang an funktioniert, sollte man die Schuld vielleicht nicht nur beim Hufschuh suchen!

 

Wiederverkäufer für Pat.Endurance-Bänderung, Einlagen, Stollen und Schleifschütze, bitte Preisliste anfordern.

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