Seit ca. 5000 Jahren ist das Pferd domestiziert. Seit über 1000 Jahren kennt man den permanenten Hufschutz.
Was war in den fast 4000 Jahren zuvor? Mit Sicherheit ist anzunehmen, dass es in den antiken Kulturen Leute gab, die sich um die Hufe der für sie wichtigen Tiere kümmerten.
Über die Arbeit am Pferdehuf ist interessanterweise nichts überliefert! Wohl aber über die Haltung der Tiere, um tüchtige Hufe zu behalten! Diese Pferde waren von natürlicher Grösse (Stockmass ca. 130 – 140cm), somit leichter, und mussten mit tüchtigen Gliedmassen ausgestattet gewesen sein. (Pferde werden erst seit ca. 400 Jahren spezifisch selektioniert und grösser gezüchtet!). Tüchtige Gliedmassen garantieren eine natürliche Asymmetrie (Hufinnenseite ist steiler/schmaler). Somit war der antike Veterinär mit den heutigen Hufproblemen, wegen unvorteilhaften Gliedmassen, noch nicht konfrontiert. In Wildpferdepopulationen wird die unnatürliche Asymmetrie (Hufaussenseite ist steiler/schmaler) nicht beobachtet. Solche Gliedmassenstellungen konnten sich erst mit dem grösser bzw. breiter werden der Pferde und dem Gebrauch von permanentem Hufschutz in die Pferdezucht einschleichen! Da dem mit Eisen geschützte Huf kein Hornabrieb widerfährt, konnten diese so genannten „Wandgänger“ nun auch genutzt werden.
Der Hufbeschlag ist sehr traditionell (>1000 Jahre!). Der Hufschmied arbeitet in etwa wie zu seinen Anfängen (welcher Beruf kann das von sich behaupten?!). Einzig seine Hilfsmittel haben sich modernisiert (Gasofen, Chemische- und Kunststoffprodukte, Auto).
Zum Schutze des Hufschmiedes muss fairerweise gesagt werden, dass es auch Züchter und Käufer von Pferden mit unvorteilhaften Gliedmassen gibt!
Gegen Ende des letzten Jahrhunderts wurde das Pferd als Freizeitkamerad entdeckt. Viele Leute sahen nun in ihrem Tier mehr als ein Arbeits- oder Sportgerät. Man war mit dem oft mangelhaft ausgeführten Hufbeschlag nicht mehr zufrieden. Die traditionell denkenden Hufschmiede weigerten sich, sich weiterzubilden.
Die ersten Hufpfleger (Strasser) besetzten diese Nische. Das Resultat der Arbeit konnte jedoch mit ihren Versprechungen nie mithalten! Die klammen oder gar nicht mehr gehenden Pferde waren eine so schlechte Referenz, dass diese bis heute anhält!
Es erschienen erste Hufschuhe auf dem Markt, aber die Erfahrung um gutes Anpassen fehlte. Viele Pferdebesitzer wurden arg enttäuscht, und der Schmied bestätigt, das “richtige Pferde“ eben doch Eisen brauchen!
Die etwas später gegründeten Hufpflegeschulen versuchten vieles besser zu machen. Orientierten sich aber immer stark an der traditionellen Hufbearbeitung. Dies zwangsläufig, da sie selbst auch Hufbeschlag aufbrachten.
So wurden die versprochenen Ergebnisse leider auch nie ganz erreicht.
Wie man einen Pferdehuf korrekt ausschneidet wurden an einem Fortbildungslehrgang (2007 in der Schweiz) für Hufschmiede und Hufpfleger befragt:
Diese Befragung war zwar interessant aber auch sehr erschreckend.
Die Befragten antworteten wenig konkret und schwammig. Die Zusammenfassung der Antworten lautet:
"Das kann man so genau nicht sagen, es ist halt jedes Pferd etwas anders. Man muss sicht halt auch aufs Gefühl verlassen."
Eine höchst erstaunliche, für das Pferd aber tragische Tatsache!
Es gab und gibt immer Leute die sich mit dieser Unzulänglichkeit auseinandersetzten, und sich mit dem gelernten nicht zufrieden geben.
So entstanden im Laufe der Zeit mehrere, sich aber oft völlig widersprechende Hufzubereitungstheorien.
Wie zum Beispiel:
Somit sind Ansichten und Arbeitsweisen zur Hufbearbeitung sehr unterschiedlich. Diese Ansichten und Arbeitsweisen werden auch an den Universitäten (Veterinäre) gelernt.
Zusammenfassung:
Es konnten sich so viele Hufzubereitungsmethoden etablieren, weil Pferdehufe sehr viel kompensieren können! Man kann Pferdehufe über längere Zeit falsch oder schlecht
zubereiten bis die Folgen sichtbar werden (Abszesse, Hornsäulen, Hornspalten, lose & hohle Wände, verschobene Kronränder, Zwanghufe, Strahlfäule, Arthrosen, usw.)!
Alle vier kürzten den ihnen zugeteilten Huf an der mehr belasteten Aussenseite! (Auch wenn der „Orthopäde“ vorgibt nicht zu kürzen, nach seiner Methode aber den Hornabrieb verstärken will, kürzt er eben doch!
Soviel zur Ausbildung in Hufschmiede – „Huforthopäden“ – Hufpfleger - und Huftechnikerschulen...!
Barhufpferde werden vom Hufschmied sehr individuell und
ohne einheitliches Konzept bearbeitet. Seine Ausbildung ist hauptsächlich auf die
Verarbeitung von Metall ausgerichtet. Daher umfasst die Ausbildung am Pferd
nur„das vorbereiten des Hufes zum Beschlag“. Die Bandbreite der Arbeit am Barhuf
geht dabei von „gar nichts machen“ bis zum Ausschneiden mit der Hauklinge (am
Barhuf!).
Kürzen nach den sich selbstwidersprechenden Theorien aus der Hufbeschlagskunst.
1994 gegründet von ehemaligen Strasserschülern. War ehemals der Vorstand der „BESW“. Heute der "EBETA" - Hufpflege- und Technikerschule (Alu- und Kunststoffbeschlag)
2001 gegründet, aus ideologischer Meinungsverschiedenheit mit BESW.
Kürzen nach widersprüchlichen Theorien. Gibt aber der unseligen Fussungstheorie den Vorrang!
Ende 2001, aus ideologischer Meinungsverschiedenheit aus GdHK ausgetreten. Ist (wie GdHK) stark auf den Beschlag fixiert.
Kürzen nach den unterschiedlichen, sich selbst wiedersprechenden Theorien aus der "Hufbeschlagskunst".
Verstehen sich nicht als Hufpfleger, sondern als „Hufheiler“ (Originalzitat Biernat). Kürzen nicht, Streben Symmetrie an.
Ignorieren die Naturgesetze der Biomechanik, was zu absurden Hufbeurteilungen führt.
Aus ideologischer Meinungsverschiedenheit aus der DifHO ausgetreten.
Die Arbeit am Huf: Siehe DifHO
Als erste Ausbildnerin von Hufpflegern (“Hufheilpraktiker!“) machte sich Strasser bekannt. Pflegt keine Hufe, sondern „heilt mit ganzheitlichen Methoden – nach Vorbild der Natur“!
Von romantischen Träumern vertretene Ideen, die propagieren, dass auch unsere europäischen Pferderassen die gleichen Hufe wie amerikanische Mustangs haben sollten ( unabhängig von Rasse, Haltung und Gliedmassenstellung )!
Das ausschneiden anhand von Röntgenbildern und Tabellen, scheitert an der Vorgabe, dass die Natur nicht genormt ist. (Pferde sind keine Maschinen!)
Zusammenfassung