| ca. 3'000 v. Chr. |
- Domestikation des Pferdes - Keine schriftliche Überlieferung – Keine Funde |
| ca. 1'000 v. Chr. | - Dem Güterverkehr, mit dem damit entstehendem Strassenbau, wurde
durch den Hornabrieb der Zug- und Tragtiere (Pferde, Maultiere, Ochsen) Grenzen gesetzt. Funde von ersten „Experimenten“ mit Leder, Stroh und Bast um Hornabrieb zu verhindern. Diese sind eher als „Notlösungen“, oder Krankenschuhe zu betrachten, als Hufschutz.
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| vor Chr. | - Römische Hippo- oder Mulosandalen. „Solae“ genannt, mit
Lederriemen befestigt. Später „Solae ferrae“, Lederschuhe mit Eisenplättchen verstärkt. Wahrscheinlich eher Krankenschuhe für langsam gehende Zugtiere. Kaum alltagstauglich (scheuern!). |
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| 4./5. Jahrh. | - Wann und wo der genagelte Hufschutz in Europa (wenn überhaupt) erfunden wurde
ist nicht bekannt. Erste Funde im keltischen Lebensraum. Aus der Zeit der Völkerwanderungen. Sehr klein und leicht.
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| frühes Mittelalter | - Es wird breiter und stabiler entwickelt und kann
bereits mit dem heutigen Hufeisen verglichen werden!
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| 9. Jahrh | - In Europa allgemein bekannt. Erste schriftliche Überlieferungen - Im Orient entwickelte sich der Beschlag mit einer Eisenplatte , die dort und in Gegenden des Balkans noch immer Verwendung findet.
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| 15. – 18. Jahrh. | - In Italien, Frankreich und Deutschland werden die Grundsätze des Hufbeschlags
niedergeschrieben. Sie haben im grossen und ganzen noch heute Gültigkeit.
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| 19. Jahrh. | - Entstehen von grossen Hufschmiedeschulen in Europa.
Mit der weiten Verbreitung des Hufbeschlags wurde man auch mit seinen Nachteilen konfrontiert. Bereits im 19. Jahrh. wurde nach Alternativen zum genagelten Hufschutz gesucht. Es existieren bis heute um 1'000 Patente! Es vermochte jedoch keines den preiswerten und unkomplizierten Hufbeschlag mit Eisen nur ansatzweise zu verdrängen! |
| 20. Jahrh. | - In der Weiterentwicklung des Hufbeschlags finden sich nur Nuancen unter dem Motto „Alles schon mal da gewesen“. Eigentlich erstaunlich, wenn man die ungeheuren Fortschritte in Technik, Medizin, Verkehr, Industrie, Elektronik etc. vergleicht. Wahrscheinlich sind die Möglichkeiten ausgeschöpft, oder es verhindern fehlende Ideen und konservative Einstellung vom Reiter, Hufschmied und Tierarzt die erwünschte Weiterentwicklung. |
| 21. Jahrh. | - Wird an Universitäten und Hufschmiedeschulen noch immer gelernt, dass man Hufprobleme mit Beschlag heilen oder korrigieren kann! |
Die Forderung, dass der Beschlag Bewegungsabläufe unterstützen soll, ist eher befremdend. Wenn gleichzeitig die Manipulation mit Gewichten am Huf verboten wird.




Wie der Name sagt, ist permanenter Hufschutz immer am Huf. Leider auch dann, wenn es nichts zu schützen gibt!
In der heutigen modernen Zeit bedeutet das meist 23 Stunden am Tag!
Das durchschnittliche Hornwachstum beträgt 2 mm / Woche. In 8 Wochen = 16 mm!
Nach 8 Wochen ist das Pferd nicht einfach 16 mm höher!

Der Huf wächst, anatomisch bedingt, nach vorne! Gleichzeitig verlagert sich das darauf einwirkende Pferdegewicht um dieses Mass (s)nach hinten!

Nach 8 Wochen wird das Hufgelenk > 15 % mehr belastet.
Theoretische Berechnung der Mehrbelastung im Hufgelenk:
Pferdegewicht 500 Kg
Die Vordergliedmassen tragen ca. 60 % = 300 Kg
| In 8 Wochen > 15 % | = plus 22,5 Kg im Stand |
| = plus 45 Kg bei jedem Schritt! |
Durch diese Überbelastung der hinteren Hufhälfte werden die Trachten vermehrt abgerieben. Gleichzeitig verengen sich die gewinkelten Trachten. Nur wenig, nicht messbar, aber jeden Monat etwas mehr!
Mit längeren Beschlagsintervallen potenziert sich diese Belastung logischerweise.
Die fortschreitende Verengung der Trachte ist physikalisch bedingt und nicht zu verhindern. Das komplexe Volumen („Hufrolle“) wird dieses stetige enger werden kaum ohne Veränderungen oder gar irreparable Schäden hinnehmen.

In alten Lehrbüchern werden Beschlagsintervalle von 4-6 Wochen gefordert.
Bei den damaligen Arbeits- und Militärpferden brachte man schwere – stabile Eisen auf, damit sie überhaupt so lange hielten.
Diese Pferde erbrachten eine für uns nicht mehr vorstellbare Leistung. Dadurch war das Hornwachstum nicht so stark eingeschränkt wie beim modernen „Stehpferd“.
Mit dem wieder starken Anwachsen des Pferdebestandes in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts waren die wenigen Hufschmiede überfordert.
Mit gegenseitigem Einverständnis haben sich Beschlagsintervalle von 6-8 Wochen eingeschlichen und werden heute als normal angesehen! Der Pferdebesitzer freut sich am gesparten Geld, der Hufschmied am längeren Huf, sodass er wieder nageln kann!
Moderne „Feierabendsportpferde“ weisen wegen ihrer minimalen Arbeitsleistung vielfach ein reduziertes Hufwachstum auf. Das wenig produzierte Horn ist zudem meist von minderer Qualität. Der Hufschmied ist ständig in Versuchung den Beschlagsintervall noch weiter hinauszuschieben, was der sparsame Pferdebesitzer selbstverständlich unterstützt!
Wird ein Pferd nicht täglich mehrere Stunden genutzt, ist es fragwürdig, ob für die übrige Zeit (ein Tag hat 24 Stunden...) im Stall und auf der Weide der Huf geschützt werden muss (vor was?!).
Sind kurze Beschlagsintervalle wegen reduziertem Wachstum nicht angebracht, oder kann kein korrekter Beschlag mehr aufgebracht werden, sollte diese Art von Hufschutz hinterfragt werden!
Der verantwortungsvolle, an der Gesundheit ihres Pferdes interessierte Hufschmied wird sie darauf hinweisen. Leider ist falscher Ehrgeiz oder Unkenntnis der eigenen Arbeit nicht selten.
Ein „Korrekturbeschlag“ bringt nur eine momentane „Verbesserung“. Wegen des aufgehobenen Hornabriebs bis zum nächsten Beschlagstermin, ist die unerwünschte Verformung des Hufes, der möglichen Korrektur immer einen Schritt voraus! Der „Korrekturbeschlag“ ist vergebliche Mühe und führt zwangsläufig in die Irre!
Leider hat er nicht ganz unrecht, nur, wann ist ein Pferd denn alt?