Die häufigsten Fehler und Irrtümer bei der Hufpflege
Zur guten Hufpflege tragen Sie als Pferdebesitzer einen wichtigen Anteil bei!
- Regelmässige Bewegung und Stallhygiene sind nicht zu unterschätzende Faktoren für die Hufgesundheit!
- indem Sie für ein ausgeglichenes und wohl erzogenes Tier die Verantwortung tragen!
- indem Sie einen wettergeschützten, befestigten und mit guten Lichtverhältnissen ausgestatten Arbeitsplatz zur Verfügung stellen.
- indem Sie keine anderen Pferde in der Nähe dulden (Verletzungsgefahr!)
- indem Sie den Hufpfleger bei seiner Arbeit nicht zu sehr ablenken. Seriöse Hufpflege ist konzentrierte Arbeit!
Sinn und Zweck der Hufpflege
Der Sinn und Zweck der Hufbearbeitung dient einzig dem Erhalt, oder wiederherstellen des Schwerpunktes im Zentrum des Hufes!
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Der Schwerpunkt liegt beim gut belasteten Huf im Zentrum, bei der breitesten Stelle unter dem Hufgelenk. |
Der Huf wächst anatomisch bedingt nach vorne, gleichzeitig wandert der Schwerpunkt ( das Pferdegewicht auf dem Huf! ) um dieses Mass nach hinten.
Diese physikalisch bedingte Gesetzmässigkeit führt unweigerlich, vor allem beim beschlagenen Pferd,
zu einem verengen und unterschieben der Trachten. |
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Beim zu langen oder verformten Huf,
befindet sich der Schwerpunkt nicht mehr im Zentrum.
Somit werden Huf und die Gelenke der Gliedmassen nicht mehr gleichmässig belastet! |
Hufmechanismus
Entgegen der weit verbreiteten Meinung zeigt sich "Hufmechanismus" nicht in einer messbaren Bewegung der Trachten nach aussen, sondern in Druck dach innen!
Beim Pferdehuf steht die Trachtenwand negativ gewinkelt zum Boden. Es ist so auch normal. Dieser Druck ( Das Pferdegewicht auf der negativ gewinkelten Trachte ) ist daher zwingend, physikalisch bedingt, nach innen.
Würde dieser Druck, oder gar Bewegung, wie häufig gelernt wird, nach aussen gehen, würden sich überbelastete Trachten verbreitern, nicht verengen!
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Die Trachtenecken würden sich nach aussen biegen,
das Gegenteil ist jedoch immer die Regel! |
Beim U-förmigen Eselhuf, ohne negativ gewinkelte Trachten, ist diese
Vorstellung vom "Hufmechanismus" mit Druck nach aussen richtig.
Überlastete Eseltrachten verbreitern sich und biegen, im Gegensatz zum Pferd, häufig nach aussen! |
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Häufige Fehler oder mangelhafte Arbeiten sind:
- Unseriöse Arbeit liefern Hufschmiede und Pfleger, die in Intervallen von über 2 Monaten arbeiten.
- Das Schneiden am Strahl soll als „Reinigung“ verstanden werden. Es wird das Zerfallshorn entfernt und die Strahlfurchen freigelegt.
Es ist müssig, zu diskutieren, ob der Strahl den Boden berührt oder nicht. Die Steile des Hufes (Fesselstand) bestimmt dies. Es ist somit individuell!
- Das nicht Entfernen vom Zerfallshorn und das nicht Zurückschneiden der Eckstreben auf Sohlenniveau! Die
„weisse Linie“ soll rundum gereinigt und gut sichtbar sein! Diese Arbeit dient als Kontrolle und Vorbeugung gegen
Hufabszesse – und Geschwüre (Hufgeschwüre und Abszesse entstehen meist unter zu langen Eckstreben, weil darunter Schmutz
eingeschlossen wird!). Die Dicke der genährten Sohle ist genetisch bedingt. Die Menge des Zerfallhorns an der Sohle ist
Haltungsbedingt.
- Das Schneiden im genährten Sohlenhorn! Sind Hufe zu kurz, wird dieser Zustand durch „Huforthopädie“ noch
verschlimmert! Es muss die Haltung des Pferdes überdacht werden (Hornabrieb!)
- Das Arbeiten am Huf mit der Hauklinge (Hauklingenarbeit ist unexakt und nicht tolerierbar!)
- Das Kürzen bis die genährte Sohle auf ebenem Boden mit trägt. Pferde sind keine „Sohlengänger“. Trägt die Sohle auf ebenem Boden mit,
so ist das Tier entweder „vorbereitet zum Beschlag“ oder ein „fühlig“ gehendes Barhufpferd.
- Muss auf hartem Boden die genährte Sohle das Pferdegewicht mittragen ( genährte Sohle nicht verwechseln mit Zerfallshorn! ), hat dieser stetige Druck einen Um- oder abbau des Hufbeins zur Folge ( Verlust der Hufbeinspitze, Krempenbildung, Veränderung der Hufbeinäste beim ungleich belasteten Huf ).
Morphologische Veränderungen resultieren aus stetiger, mechanischer Belastung!
- Das Kürzen lateral.
- Gerade zu lächerlich ist das „Hantieren“ mit einem Hufwinkelmessgerät. An einem Huf kann man nicht soviel kürzen,
dass Winkel nennenswert geändert werden! Mit kompetenter Hufpflege läuft sich das Pferd seinen individuellen, zu ihm
passenden Hufwinkel, selbst an!
Die gemessenen Resultate sind eine Täuschung. Sie entstehen durch das Beraspeln der Hufwand von aussen! Die Winkelung des
Hufbeines wurde jedoch nicht, oder nur unwesentlich, verändert.
- Das Angleichen wollen von zwei ungleich gewinkelten Hufen, durch das Beschneiden der Trachte. Sehr viele Pferde leben
mit verschieden steilen Hufen. Der mehr belastete Huf ist grösser und flacher, der weniger belastete Huf (der z.B. bei der
Nahrungsaufnahme nach vorne gestellte) ist kleiner und steiler. Dieser Zustand ist gegeben und kann somit nicht verändert
(angeglichen) werden!
- Eine weit verbreitete Unsitte ist der "Öffnungs- oder weitungsschnitt" an der Trachte. Dieses "öffnen- oder weiten" ist eine optische Täuschung, die einen breiteren Huf suggeriert. Sich aber oft kontraproduktiv auf die Statik im Huf auswirkt!
Die weit verbreitete Lehrmeinung das sich der breitere Tragerand weniger abreibe und deshalb höher werde, ist realitätsfremd, weil nicht zu Ende gedacht. Die Anzahl Hornröhrchen, bzw. Hornmasse ist bei breit und schmal identisch!
Die tatsächliche Veränderung eines Hufes bewirkt nicht das zweifelhafte "Steuern" des Hornabriebs, sondern das verändern der Statik im Huf.
Flachere Wandabschnitte sind logischerweise breiter, aber nicht in jedem Falle höher!
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Länge und Höhe müssen differenziert betrachtet werden! |
So kann ein Huf mit sehr langer Zehe, sehr niedrig sein! |
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Die Arbeit an Strahl und Eckstreben ist wichtig, aber sekundär. Das angestrebte Ziel (das Verbessern der
Statik im Huf) wird durch die primäre Arbeit, das Bearbeiten der Tragewände von aussen erreicht!
Es ist die einzig wirksame Methode eine Hufsituation nachhaltig zu verändern = zu verbessern!
Diese Arbeit ist beim Pferd mit permanentem Hufschutz irrelevant. Ein Huf mit permanentem Hufschutz
hat keinen Hornabrieb. Er kann somit logischerweise nicht nachhaltig korrigiert werden!
Oft wird genau das Gegenteil behauptet.
Wenn man mit permanentem Hufschutz Hufsituationen nachhaltig verbessern könnte, würden unsere Pferde von Beschlag zu Beschlag
tüchtigere Hufe bekommen! Und – bekommen Sie das?
Warum brauchen sie dann Ledersohlen, Keile, mehrere Kappen, verdickte Schenkel usw.?!
Wenn das funktioniert, dann verlangen Sie doch, dass Ihr Pferd wieder Hufe bekommt denen man auch so sagen darf! Ohne z.bsp.. die papierdünnen Tragewände, ohne die weggehebelten Zehenwände, ohne eingezogene oder umgeklappte (kollabierte) Trachten!
Verlangen Sie keine Behauptungen – verlangen Sie Resultate!
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Wo nötig, wird der Tragerand mit der senkrecht zur Fassungsfläche gehaltenem Raspel eingekürzt (max 1/2, besser 1/3 der Wand!). |
Die entstandene Facette gibt das nachfolgende Raspeln eines möglichst steil auf den Boden stehenden (stabileren) Tragerandes vor.

Bei einem normal grossen Pferd (Stockmass 140 – 160 cm) geht man von einem Wachstum der Hufe von durchschnittlich 8mm/Mt.
aus. Ein artgerecht gehaltenes Pferd hat in etwa immer gleich lange Hufe. Es läuft sich daher diesen stabilisierten Tragerand
in ca. 4-6 Wochen selbst wieder weg!
Es erklärt sich von selbst, dass, wenn man eine Erhaltung des Hufzustandes erreichen will, Pflegeintervalle von 6 bis 8 Wochen
die maximal tolerierbare Zeit ist. Strebt man jedoch eine Verbesserung der Hufsituation an (flache, dünne oder aufgebogenen
Hufwände, Hufwände mit „Flügeln“, Hufwandrissen, verschobenen Hufknorpeln usw..)muss schonender, daher in kürzeren Intervallen
von 4 bis max. 6 Wochen gearbeitet werden! Auch bei einem steilen Huf ist es nie nötig, höher als z.B. halbe Raspelbreite zu beraspeln.
Grundsatz:
eine nachhaltige Verbesserung / Veränderung der Hufform bedingt Hufpflegeintervalle von 4- 6 Wochen! Eine Erhaltung der Hufform bedingt Hufpflegeintervalle von 6 bis max. 8 Wochen!
Fehler beim Bearbeiten der Hufwände:
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Völlig inakzeptabel ist das schwächen („strecken“) der Hufwände. Weil zu gerade, zu hoch und zu dünn
beraspelt verlieren sie ihre tragende Funktion!
Sie trocknen übermässig aus und biegen stärker auf als vorher! |
Dieses „Strecken“ der Wände geschieht aus der Idee, den Hornabrieb zu beeinflussen, zu „steuern“. Es ist jedoch unbewiesen, dass man Hornabrieb in diesem gewünschtem Ausmass beeinflussen kann!
Erst das Einwirken auf die Statik der Hufwand bewirkt eine Formveränderung des Hufes!
Der Hornabrieb ist sekundär.
| Genauso unakzeptabel ist das Anraspeln einer Facette, ohne das anschliessende stabilisieren der Wand.
Es wird kein Resultat erzielt, da die Hornröhrchen in der vorgegeben Richtung weiter wachsen. |
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Damit Hufwände (die Hornröhrchen) das Gewicht des Pferdes tragen können, ist es unabdingbar, dass sie in geeignetem Winkel zum Boden stehen und nicht verbogen sind. Ansonsten die Stabilität und das Abriebvermögen vermindert wird (Hornröhrchen können sich nur Stirnseitig abreiben!).
- Das Beraspeln der Wand mit der rauhen Raspelseite. Durch die Riefen wird die Oberfläche stark vergrössert und somit ein Austrocknen des Hornes begünstigt.
- Das Beraspeln der Wand bis zur inneren, unpigmentierten Schicht
Hufwände biegen auf und wachsen weg:
Wird das "Gelenkspiel" durch den schiefen Huf
( durch ungleichmässigen Hornabrieb oder falsches kürzen ) ausgereizt,
gibt der schwächste Teil, das elastische Wandhorn, nach und verbiegt sich!
Dieses "dem Druck ausweichen" zeigt sich in einer Biegung nach horizontal
und einer Verschiebung nach vertikal. |
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Durch zu niedrige oder untergeschobene Trachten:
Die Zehe wächst nach vorne weg! Die Trachten tragen zuviel Gewicht! |
Durch zu hohe Trachten (zu steiles Hufbein!):
Die Zehe wird unter Last aufgebogen und zu stark abgenutzt. Die Zehe trägt zuviel Gewicht. |
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Bei natürlicher Asymmetrie: Kann die äussere Wand weg wachsen. Der Huf wurde aussen gekürzt oder zu stark abgenutzt (Nutzung des Tieres ohne Hufschutz!). Die dynamische Mehrbelastung hebelt die flachere Wand weg. Der Huf wird aussen breiter (nicht höher!). Die nun längere, innere Hufwand gleicht sich an, durch das Verschieben des Kronrandes nach oben. Da sich nur Form aber nicht Umfang verändern kann, muss sich die innere Hufseite durch schmaler werden anpassen.Pferdehufe können sehr viel kompensieren, deutlich erkennbar in den verschobenen Kronrändern! |
Bei unnatürlicher Asymmetrie: Kann die äussere Wand unter Last aufbiegen. Kann die innere Wand aufbiegen und weg wachsen. Die innere, weniger belastete Wand wurde zu lang (zu langer Pflegeintervall, Nutzung des Tieres ohne Hufschutz!). Bedingt durch die Stellung der Gliedmassen kann der Huf die Mehrbelastung nicht ausgleichen. Er wird aussen kürzer und schmaler, innen breiter und höher! |
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Der „diagonale Huf“ ist eine natürliche Asymmetrie mit nach medial gedrehter Zehe. Die Bearbeitung unterscheidet sich nicht!
Zur besseren Verständlichkeit sind die Zeichnungen und Erläuterungen bewusst vereinfacht
ausgeführt. Die Verformung der Hufe ist ein komplexer Vorgang und von mehreren Faktoren abhängig wie Rasse, Gewicht (Übergewicht!), Gliedmassenstellung, Nutzung, Haltung (harter oder dämpfender Boden) und Hufpflege des Pferdes.
Welches Bein ist das Wichtigste, am dreibeinigen Stuhl?
Welches können Sie entfernen, ohne dass er kippt?
